Gestern bei Conrad. Electronics. Wandsbek.
Ein zunächst (wie es schien) einfaches Vorhaben: Rauchwarnmelder zurückgeben. Werden nicht gebraucht. Also umtauschen.
Erste Anlaufstelle 13.55 Uhr beim Betreten des Ladens: der Service Point. Hinter dem Tresen ein Mann am Telefon. Soweit ich es mitbekomme, telefoniert er privat. “Der Udo” und “sach ich ja”. Es wird 13.57 Uhr. Der Service Mann wedelt am Telefon mit den Armen. Ich räuspere mich laut und klopfe mit den Rauchmelden auf den Tresen. 13.59 Uhr. Der Service Mann legt endlich auf, zwei ausländische Mitbürger versuchen sich an mir vorbei zu drängeln. Es kommt zu einem ersten Handgemenge. Ich schlage die Rauchmelder samt Einkaufsbon auf den Service Tresen. “Ja bitte?” Der Service Mann registriert mein Anliegen und geht an seinen Computer. Nach geschlagenen weiteren 5 Minuten kommen drei Selbstklebeetiketten mit dem Vermerk “Kundeneigentum” aus dem Drucker. In Zeitlupe werden mir diese mit dem Hinweis übergeben, mich an die entsprechende Abteilung zu wenden. (??).
14.04 Uhr. Suche nach der “Haustechnik” Abteilung. 14.05 Uhr – gefunden. An dem Haustechnik Tresen eine Schlange von 5 – 10 Personen. Ein Mitarbeiter berät gerade ausgiebig eine Familie zu einer Alarmanlage, holt tranig verschiedene Batterien aus den Regalen. Ein anderer Mitarbeiter geht mit einer Kundin zum Glühlampen Regal – sie braucht etwas für ihre Pflanzen im Wintergarten. 14.15 Uhr – ich raste aus. Gehe zu dem Glühlampen-Kumpel “ich möchte nur etwas umtauschen!!” “Bitte am Tresen anstellen, ich komme gleich…”
14.25 Uhr - ein weiterer Mitarbeiter kommt angeschlichen. Ich renne hin. “Juunge Frrau – moment mal!” Ein ebenfalls wartender Mann schubst mich weg, die Rauchmelder gehen zu Boden. Schwups ist auch der neue Mitarbeiter mit einer “Beratung” beschäftigt. 14.30 Uhr. Mittlerweile hat Schnappatmung eingesetzt. Herr P. (der mit der Alarmanlage) kommt angeschlichen. “Der Nächste bitte..” ICH STEHE DIREKT VOR IHM. “Bitte, bitte tauschen Sie mir diese Rauchmelder um, ich habe es EILIG!” Herr P. guckt verdutzt. Das Wort eilig scheint nicht in seinem Vokabular vorzukommen.
“Was ist denn damit?” Er starrt auf die Rauchmelder. “Brauche ich nicht. Bitte umtauschen. Sind unbenutzt.” Herr P. greift in seine Hemdtasche, holt ein Teppichmesser raus. “Die Verpackung ist nicht geöffnet!” Ich schreie fast um 14.35 Uhr. Herr P. schlitzt unverdrossen die Außenverpackung auf, dann im Schneckentempo eine innere Verpackung. Er starrt auf die eingeschweißte Folie. Es wird 14.40 Uhr. Er fummelt umständlich den Kleber auf, schraubt den Originalrauchmelder auf und starrt minutenlang auf die Original Batterie.
14.45 Uhr. Herr P. dreht die Packung drei bis viermal hin und her. 14.48 Uhr. Herr P. geht an den Computer. Er tippt etwas ein. Huch. Herr P. erschrickt. KEIN Papier im Drucker. Herr P. greift in ein Regal, holt einen Stapel Papier heraus. Er schnippt den Stapel zehnmal durch seine Finger – damit es keinen Papierstau gibt… 14.50 Uhr. Herr P. druckt zwei Belege aus. 14.52 Uhr. Herr P. guckt in seine Hemdtasche – huch – kein Kugelschreiber. Herr P. wühlt in einer Schublade. 14.54 Uhr. Herr P. schafft es, die Belege zu unterschreiben und schickt mich zur Kasse.
Ich gehe an die Kasse – gebe Belege und Bon ab. Der Kassierer tippt etwas auf den Touchscreen. VERKAUF. KUNDE. BELEG. WARENGUTSCHEIN. KUNDE. VERKAUF. und so weiter. 14.55 Uhr. Er scannt die Belege ein. Dann tippt er noch etwas – um 14.59 wird dann endlich ein Warengutschein für mich ausgedruckt.
Danke. Was ich damit mache? Keine Ahnung. Diesen Laden werde ich jedenfalls nicht mehr betreten. DOCH – vielleicht als Rentnerin, wenn ich ganz viel Zeit habe. Dann kaufe ich mir etwas Schönes.

