Heute fahre ich mit meinem Kleinwagen entspannt den Überseering in der City Nord entlang, da zieht ein doller Wagen an mir vorbei: Mercedes, groß, weiß, vier Auspuffrohre. Auf der Heckscheibe kleben irgendwelche Buchstaben, die für mich erstmal keinen Sinn ergeben. “CamCora“….die ersten soundsoviele Tage gratis….Hey, umsonst, ist das vielleicht was für mich? Ich nehme die Verfolgung auf, hefte meine kleine Flitsche unerschrocken an die Stossstange dieses Monster-Car, um mehr zu erfahren. Und dann sehe ich auf die Nummernschild-Halterung: www.sexycora.com. Moment mal, ”Sexy Cora”? Die ist doch tot, vor ein paar Wochen bei der x-ten Brust-Aufpumpung auf dem OP-Tisch gestorben. Und die macht noch Werbung? Ist ja doll. Nee, isse doch nicht. Da sitzt ein Mann hinterm Steuer. Der Beifahrersitz ist leer. Das war mal Coras Platz. Tränen schießen mir in die Augen. Und plötzlich begreife ich: Das ist kein Angebot von der “Resterampe”. Die Buchstaben auf der Scheibe – ein letzter Gruß - Trauerarbeit im wahrsten Sinn des Wortes. Das Geld, das posthum noch übers Internet in die Kasse fließt, wird bestimmt für einen wohltätigen Zweck gespendet. Ich werde mich da gleich mal einloggen und ein gutes Werk tun.
Promis & Proleten . Trauer . Sexy Cora
28. Februar 2011 von sahnehaube


Der “Verdacht” ist begründet:
da wird auf sexycora.co wirklich Geld für ein Tierheim in Coras Heimat gesammelt mit einem schlichten Text, den ich für gute, ehrliche Trauerarbeit halte.
Auch deshalb hab ich auch nicht lang über die Rolle der Bedeutung sinniert, sondern spontan was gespendet und das empfehle ich auch anderen…
Der weiße Benz ist mir am Samstag auch über den Weg gefahren – auf der A1 / A57 in Richtung Köln. Und erneut war der Beifahrersitz leer… :-/