Eng finde ich es bei Enzo, und die Stühle sind unbequem. Die Bestellung läuft hier anders als üblich. Wir bekommen keine Karte. Ein Herr tritt an unseren Tisch (Enzo?), legt uns seine kalten und warmen Antipasti ans Herz, “dachach Spaghetti mit Trüffel, nur eine kleine Bisschen?”. Wir nicken und wir sollen uns für Fisch oder Fleisch als nächsten Gang entscheiden. es gibt je drei Alternativen: Thunfisch, Steinbutt, Seeteufel oder Lamm, Rind, Kalb. Die Vorspeisen sind aufwendig – für den, der abwaschen muss, denn alles kommt in kleinen Extra-Schälchen in Mini-Portiönchen daher – für jeden einen Teelöffel voll. Geschmacklich überzeugt vor allem das Vitello Tonnato und das Carpaccio. Die lauwarmen Meeresfrüche finden wir fade. Und die Pimentos de padron kommen uns beim Italiener irgendwie spanisch vor. Die Spaghetti mit Trüffel sind ein Gedicht. Ich wüsste zu gern, wie der Koch die Sauce gemacht hat, denn sie ist nicht so butterig-fettig, wie in anderen Restaurants. Der Fisch ist auch sehr gut: Seeteufel im Saltimbocca-Stil und der Steinbutt mit Kirschtomaten. Incl. Wein und Wasser zahlen wir für fünf Personen 283 Euro. Noch ein Wort zu den Gästen: Ähnlich wie im Lentini am Eppendorfer Weg. In der Trattoria da Enzo (Wexstraße 34, beim Großneumakrt) ist essen der Enddreißiger und der Anfangvierziger, die es sich leisten können und gesehen werden wollen. (Die Frau am Nachbartisch trägt eine Leder-Corsage über ihrer Bluse.)
Restaurantcheck . Großneumarkt . Trattoria da Enzo
23. Oktober 2010 von sahnehaube


Hört sich gut an. Ist das schwarzer Pfeffer am Tellerrand? Sieht irgendwie merkwürdig aus …