Die Meldung war ja ungeheuerlich: das Schloss der Schleuse am Bramfelder See wurde am 11. Januar 2010 von Unbekannten geknackt und der ganze See trocken gelegt! Wir sprechen hier nicht über eine Pfütze, der „große Bramfelder See“ ist/war ein Riesenareal, ein Naturschutzgebiet, ein Ausflugsziel.

Ich habe mir den Schaden heute einmal angesehen und frage mich: WER macht so etwas? Ich meine, Scheiben von Telefonzellen einschlagen, Briefkästen zukleben, Mercedes-Sterne klauen – OK. Das war früher der Zeitvertreib von „Chaoten“. Aber wer lässt denn einen 1,2km langen und 400m breiten See leerlaufen? Und vor allem – WARUM?

Der Schaden ist groß – tausende Fische wurden bereits von Profianglern geborgen oder getötet, die Graureiherkolonie und viele weitere Seebewohner sind gefährdet.
Wie sieht das ganze jetzt aus – und was passiert nun mit dem „Brami“, wie der See angeblich in Anwohnerkreisen genannt wird?

Die vier Inseln können jetzt zu Fuß erobert werden, bei dem heutigen Tauwetter habe ich mich allerdings nicht getraut. Ein Aushang vom NABU gibt Auskunft – 70-100cm Wassertiefe sollen noch erhalten geblieben sein (von ursprünglich 3m).

Laut Aushang plant man, Wasser aus dem „alten Teich“ langsam nachlaufen zu lassen, um den armen „Viechern“ zu helfen. Vielleicht haben wir dann im Sommer schon wieder unseren „alten See“ zurück…


Als unmittelbarer Anwohner des Sees ist Fassungslosigkeit wohl die treffende Beschreibung für das, was ich angesichts dieser „Schwachsinnstat“ empfinde. Was müssen das für Hirnis sein? Insbesondere dann, wenn man bedenkt, dass es sich hier nicht um einen dummen Streich gelangweilter Teenies handeln kann. Zum Öffnen des Siels ist ja spezielles Werkzeug notwendig und bedarf deshalb schon einer gewissen Vorbereitung und Planung. Man kann nur hoffen, dass sich die Natur möglichst schnell erholt.
Es gibt einen sogen. Quartiers-Beirat für den Appelhoffweiher, der ja mit dem „Brami“ verbunden ist. Dieser tagt heute, 01.02.2010 um 19.00 h in der Mensa der Schule Appelhoff, Appelhoff 2. Auch ich gehöre zu den Anwohnern des Sees und bin traurig über diese Katastrophe. Ich hatte, nachdem in den Medien überhaupt nichts darüber zu finden war, Kontakt mit dem Abendlbatt (Artikel erschien dann auch am 19.01. erstmalig), dem NABU und dem Hamburg Journal, die gegenwärtig noch recherchieren, aufgenommen. Ich meine wir sollten alle unser besonderes Interesse zeigen und bitte alle ebenso Interessierten, heute abend in die Schule Appelhoff zu kommen. Der NABU wird auch da sein – soviel ich weiß.