Butterfahrten. Wer dieses Entertainment-Spektakel der Siebziger nicht mitgemacht hat, kann nicht wissen, wovon ich spreche.
Ich sehe… alte klapprige Kähne in der Geltinger Bucht. Ich sehe… Ommas mit großen Einkaufsbüdeln und viel Zeit. Ich sehe… schmale Resopal-Tischchen auf denen beengt Canasta und Elfer raus gespielt wird. Ich sehe… Fanta mit Strohhalm in Glasflaschen, schmutzige Fenster und Kännchen Kaffee.
Butterfahrten. Das war ganz großes Kino der Siebziger. Mit Omma und Patentante habe ich diverse Fahrten in die raue See gen Dänemark unternommen. Kaum hatte man die unsichtbare Landesgrenze passiert, stieß der Kaptain ins Horn und schon wurde es unruhig im Passagierraum. Hatte man vorher verzweifelt stundenlang an der Fanta genuckelt und die hundertste Runde Canasta hinter sich gebracht, begann nun der „spannende“ Teil der Reise: „Nummer 311 bis 349 bidde!“ Geschäftiges Rascheln im Portemonnaie und der Jackentasche – verdammt, wo ist die Nummer hin?
Endlich dann Zugang zum „heiligen Ort“ – ein paar ausgelatschte Stufen ins Schiffsinnere – da, endlich der kleine popelige Kiosk! Omma holt Nummer 321 raus und dann geht der Einkauf los: 10 Pakete Butter (steuerfrei!), ne Buddel Rum und für uns Kinder dänische Lakritze und ein paar Tafeln VERKADE – die Edelschokolade damals.
Im Zuge der EU-Zollfreiheit kann man damit natürlich überhaupt nichts mehr anfangen, aber im „Butterschiff“ zu sitzen, war zu jener Zeit ein echtes Abenteuer!


Jetzt wo es Du ansprichst…. stimmt. Wer es nie erlebte hat definitiv etwas versäumt. Ob man eingekauft hat oder nicht, alleine das Flair auf solchen Butterfahrten hatte schon etwas ganz besonderes an sich.
Kann mich da an einige Fahrten Richtung Dänemark erinnern, die bei sehr rauher See stattfanden…. und somit auch an die zahlreichen „grünen Gesichter“ die beim Rückkurs herum hingen
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Ein Stück Zeitgeschichte dem ich besonderen Unterhaltungswert zumesse. Schade dass es vorbei ist!