Heute – bei der Nacht des Wissens - habe ich mich ins Zoologische Institut am Martin Luther King Platz begeben.
„Blick hinter die Kulissen – Besichtigung der wissenschaftlichen Sammlung“ hieß die Veranstaltung, die mein Wissen in dieser Nacht erweitern sollte.
Bei Ankunft stelle ich fest, dass noch fünzig oder sechzig andere Wissbegierige auf die gleiche Idee gekommen sind und die Bereiche „Fische“, „Reptilien“ und „Säugetiere“ leider ausgebucht sind. Jeweils 15 Personen dürfen Professoren und Mitarbeiter in die geheimen, sonst für die Öffentlichkeit geschlossenen, Gänge begleiten. Also schnell den Stift gegriffen und mich bei „Insekten“ eingetragen – und gerade noch den letzten Platz ergattert. „Insekten“, bisher nicht gerade mein Fachgebiet, aber man soll ja neuen Dingen gegenüber aufgeschlossen sein…
Eine Stunde habe ich noch Zeit, gucke mir also noch einmal schnell die ständige Schauaustellung des Zoologischen Museums an. Nachdem das ehemalige Zoologische Staatsinstitut an der Mönckebergstraße (Höhe Saturn) im Zweiten Weltkrieg ausgebombt wurde und fast alle Exponate dem Bombenhagel zum Opfer fielen, wurde das neue Museum an dieser Stelle aufgebaut. Hier kann man zum Beispiel „Antje“ das präparierte NDR-Walross bestaunen

Oder eindrucksvolle Walskelette und Gitarren aus Schildkrötenpanzer..


Im Vorraum gibt es noch eingelegte Hühner oder Ratten – das komplette Entwicklungsstadium vom Ei bis zum Tier:

So – nun aber ab zur „entomologischen Sammlung“, dem geheimen Insektenraum. Wir stiefeln ein paar Treppen rauf und kommen in einen Raum der einen eigenartigen Duft ausströmt

In abertausenden Holzschubladen lagern Millionen Exponate „holometaboler Insekten“, also von Käfern, Schmetterlingen und Fliegen.
Sauerstoff ist kaum vorhanden, stattdessen ein Gemisch aus toten Flügeln und Erde. Eine schwangere Besucherin klappt mehrfach fast um, die Erklärung folgt vom Kurator Herrn Peters: „die Fenster werden nie geöffnet, um Schädlingsbefall vorzubeugen“.
Er zeigt uns unvorstellbar kleine Käferchen, mit dem bloßen Auge kaum sichtbar, aber aufgeklebt und beschriftet… Bestimmen kann man die Arten nur „indem man die Geschlechtsorgane entfernt“ – also nichts für Hektiker oder Grobmotoriker!
Wir sehen den „großen Atlasspinner“, seit 1910 herumliegende „Vorräte“, die noch niemand bestimmt hat und Sammlungen farbenprächtiger Falter von Privatleuten, die allerdings vorsichtshalber im Keller mit CO² Gas behandelt werden. Man weiß ja nie, was hier so alles eingeschleppt wird. Die Angst vor dem berüchtigten Museumskäfer geht um, auch er wurde ordnungsgemäß nach seinem Einfall aufgespießt und beschriftet…

