DER GROSSE HAMBURGER FISHKOPP BARBIE TEST – TEIL 2.
Jetzt wagen wir uns mal an die zweite Folge des “Hamburger Fishkopp Barbie Tests” – Teil 2 . Vintage Barbies . Value und Preise . Welche Schätze lagern auf unseren Dachböden? (Teil 1 – Barbies Wasserkopf hier).
Eine kleine Einführung beim Thema Barbie Vintage: ganz rar sind die Bild Lilli Puppen, die der Modelleur Max Weißbrodt der Spielzeugfabrik Hausser in Neustadt bei Coburg fertigte. Bild Lilli wurde von 1955 bis 1964 produziert. In dieser Zeit gab es auch Kleidung und Zubehör zu kaufen. Im gesamten Produktionszeitraum wurden rund 130.000 dieser Puppen produziert. Gerade gestern hat eine Unkundige “ne alte Barbie” bei Ebay angeboten, die locker € 771 Euro brachte.
Diese Puppe mit modellierten Wimpern und Stirntolle ist heute bis zu tausend Euro wert – also bitte mal bei Omma nachsehen.
Nun zum eigenen Bestand: Brandneu, also aus den letzten ein bis fünf Jahren und somit heutzutage fast wertlos, sind folgende Puppen (Barbie mit großem Kopf, Teresa etwas seltener und Schwesterchen Shelly):

Dann kommen wir zu Rubrik Achtziger, Neunziger – hier spielten wilde Frisuren und Glitzeroutfits eine große Rolle. L’ill Friends hiess das unförmige Baby mit dicken Hüften. Hier kann man für Einzelne gut erhaltene Outfits Preise 10-15 Euro erzielen. Bitte immer die Mattel Nummer der Bekleidung angeben – das lockt die Sammler. (Links im Hintergrund versteckt sich noch ein schwarzer Big Jim samt Kanu – der ist unbezahlbar und gehört meinem Bruder!)

Weiter zur zweiten Etage: Die Siebziger. Superstar Barbies aus den Siebzigern, Ken aus den Siebzigern – Ausnahme: mein kleiner wuscheliger seltener Todd aus den Neunzigern im kompletten Outfit – und TATA – die Sunshine Familie von 1973, Mutter im Original Outfit und Vaddern samt seltenem Gürtel – beide mit Schuhen. So etwas ist schon rar und kann im guten Zustand vierzig Euro oder mehr bringen. (Oma und Opa samt Baby und Krippe habe ich auch, aber das Blitzlicht könnte ihnen schaden…). P.S. Der hinten vorwitzig hervorguckende Troy aus HSM ist NRFB (Never removed from Box) und bleibt auch drin – für die nächsten vierzig Jahre, dann ist er vielleicht etwas wert…

Und nun die Sechziger: Die Petra links ist zwar “Vintage” aber angeknabbert und keine Original Barbie. Das gibt nichts. Dabei hat sie so einen schönen Augenaufschlag! Daneben “Skooter” SL “Straight Leg” – selten und witzig – trotz Wangenabrieb. 1965. Die Klamotten dazu ersteigere ich gerade (Badeanzug rot-weiss), sie hat noch ein Leihoutfit an. Skipper im Original-Karokleid mit echten Wimpern stammt auch aus dem Jahr 1965 und ist sehr hübsch. Ganz rechts noch eine Skipper von 1970, ihr habe ich gerade ein Original Top aus den Siebzigern gekauft, dann fühlt sie sich auch wohler.

Mein ganz persönliches Highlight ist meine eigene “Carla” Ballerina von 1973 im Original-Tutu, die Krone ist vorhanden, das Make Up perfekt und nicht abgerieben, die Arme nicht “swingy”, die Beine knicken perfekt und halten Positionen, keine angekauten Hände oder Füße. Kein “necksplit” oder “green ears”. Die Haare sind glänzend und es fehlen keine “plugs”. JA – so reden Sammler!

Nun zur Übersicht: Barbie hatte wahnsinnig viele Freunde und Verwandte, Einige wurden nur kurze Zeit hergestellt und sind daher für Sammler von großem Wert. Alan, Midge und Stacie, PJ und Skipper, Tutti und Todd usw.
Die Jahreszahl auf dem Körper von Barbie (oft 1966) sagt dagegen nichts über ihr Alter aus. Diese Körperform wurde Jahrzehnte lang benutzt.
Eine ganz kleine Übersicht der Herstellungsjahre von Barbie finden wir hier:
Barbie-Puppen mit der Markierung “Made in …” wurden in den folgenden Jahren verkauft:
Japan 1959 – 1972 Korea 1973 – 1978
Mexiko 1968 – 1970 Philippinen 1975 – 1987
Taiwan 1968 – 1983 China ab 1983
Hong Kong 1970 – 1989 Malaysia ab 1985
Also genau hinsehen – oder gleich ein Identifikationsbuch kaufen – hier ein Tipp: Barbie, ihre Familie & die Mode der wilden 70er Outfits 1975-1979, Arachne Verlag Gelsenkirchen, ISBN: 3-932005-27-9, Auflage 2004 für die Kleidung oder The Collector’s Encyclopedia of Barbie Dolls and Collectibles für die Bestimmung der Puppen.
Viel Spaß.
PS Angebote für Tutti, Todd und Carla werden gern entgegen genommen!!


Hallo,
toller Artikel.
Ich habe eine Frage zu Big Jim.
Habe so ein schwarzes Püppchen gefunden. Aufschrift 1968 Taiwan U.S,Patent Pending
Hat hinten am Rücken eine Art Schalter, wozu???
Was ist der wert. Ein Bein leider nicht richtig fest.
LG
Sabine
Hallo Sabine,
Vorarb erstmal: wir sind keine Experten. Aber es hört sich so an, als ob du den “Big Jack”, den Afro-Big Jim hast. Der Schalter ist ein Mechanismus, der den Arm auf und ab bewegen soll, dies simuliert (Karate-) Schläge. “Ein Bein nicht richtig fest” ist leider nicht so gut, die meisten Sammler sammeln nur sehr gut erhaltene Puppen.
Aber du kannst ihn im internet versteigern. Gut erhalten brachte ein “Big Jack” letztens um die dreissig Euro, deiner evtl. weniger. Falls du noch Kleidung oder Zubehör findest, unbedingt dazu legen.
Gruss HF
Danke.
Am Kopf steht 1969 Mattel Inc.. Er ist ganz braun. Arme und beine sind aus weicherem gummiähnlichen Material.
Kann ja mal ein Foto senden!
Sabine
Wer ist denn dieser blonde Ken vom dritten Bild? Ist der besonders wertvoll? Ich bin mir nämlich sehr sicher dass ich den habe! Danke im Vorraus.
P.S. super Blog!
„Carla“ Ballerina von 1973
Die habe ich auch. Kannst Du mir sagen, was ich so verlangen kann, wenn ich sie verkaufen möchte ?