Feeds:
Artikel
Kommentare

Heute hatte das Team offenbar großen Spaß daran, die „Bauern“ aus einer besonders unvorteilhaften Perspektive zu filmen:

Der patente pfundige Pfälzer Markus zeigt unfreiwillig viel zu viel Fleisch beim Aufstehen aus dem Ikea-Kinderbett – Blick frei auf den ausgeleierten Feinripp (… und leider noch Einiges mehr..). Bei ihm gibt es keine Türen, nur braune Plüschvorhänge. Er scheint ein freizügiger Mensch zu sein.

Bei Herrn Clausen füllt ein paar graue Tchibo-Socken mit deutlichen Pillingspuren das Einstiegsbild aus. Der eingefleischte Junggeselle hat nicht einmal eine Scheibe Brot für seinen weiblichen Gast im Haus, er scheint sehr ernährungsbewusst, sprich: geizig, zu sein. Auffallend oft hilft er „seiner Andrea“ am PO auf Mähdrescher oder Windräder – er mag’s gern knuddelig. Andrea zeigt keinerlei Gefühlsregung. Clausen dagegen ist „elektrisiert“ und möchte ihr gern mal ins Hinterteil beißen.

Dieter trägt wieder die alten Polyacrylpullis und serviert seiner Heike „Kaaggau“ zum Frühstück. Er ist sehr klein und kann kaum über die Tischkante gucken, freut sich aber auf die von Heike angekündigten „Apfelmuffis“. Leider versagt die Angebetete beim Hefekuchen, Dieters Mutter Anita flippt aus und schreit: „ZU WENIG MEHL!“ und noch eins „ACH DU LIEBER GOTT, ERBARMEN!!“

Der romantische Weinbauer Tobias will beweisen, dass er in ein Weinfass ‘reinkrabbeln kann – eindeutig kein Klaustrophobiker.

Verständigungsschwierigkeiten wieder bei Thailänderin Narumol und ihrem seligen Josef: „I versteh sia zua 90%“. Na immerhin, wir leider garnicht. Aber wir sehen die Bilder, die Bände sprechen. Die patente Kielerin putzt, kocht und hilft im Stall. Josef ist begeistert und kickt die zweite Kandidatin vorzeitig aus dem Rennen: „I soag der Michaela ab!“ Narumol (hört sich an wie ein Beruhigungsmittel von Michael Jackson) ist erstaunt: „Warum das denn?“ Josef erklärt knapp: „Dua koast guat kocha, putza a – ah ja und bist soa nett zua mia!“ Die zwei sind wirklich drollig.

Musikauswahl heute wieder Oldie97-lastig: „Chiquitita“, „I love to love“ und Louis de Funès Melodie aus St. Tropez. Tophit heute: „Maybe“ von Thom Pace – aus „Der Mann aus den Bergen“:

Heute – bei der Nacht des Wissens - habe ich mich ins Zoologische Institut am Martin Luther King Platz begeben.

„Blick hinter die Kulissen – Besichtigung der wissenschaftlichen Sammlung“ hieß die Veranstaltung, die mein Wissen in dieser Nacht erweitern sollte.

Bei Ankunft stelle ich fest, dass noch fünzig oder sechzig andere Wissbegierige auf die gleiche Idee gekommen sind und die Bereiche „Fische“, „Reptilien“ und „Säugetiere“ leider ausgebucht sind. Jeweils 15 Personen dürfen Professoren und Mitarbeiter in die geheimen, sonst für die Öffentlichkeit geschlossenen, Gänge begleiten. Also schnell den Stift gegriffen und mich bei „Insekten“ eingetragen – und gerade noch den letzten Platz ergattert. „Insekten“, bisher nicht gerade mein Fachgebiet, aber man soll ja neuen Dingen gegenüber aufgeschlossen sein…

Eine Stunde habe ich noch Zeit, gucke mir also noch einmal schnell die ständige Schauaustellung des Zoologischen Museums an. Nachdem das ehemalige Zoologische Staatsinstitut an der Mönckebergstraße (Höhe Saturn) im Zweiten Weltkrieg ausgebombt wurde und fast alle Exponate dem Bombenhagel zum Opfer fielen, wurde das neue Museum an dieser Stelle aufgebaut. Hier kann man zum Beispiel „Antje“ das präparierte NDR-Walross bestaunen

Foto0270

Oder eindrucksvolle Walskelette und Gitarren aus Schildkrötenpanzer..

Foto0278
hfgitarre

Im Vorraum gibt es noch eingelegte Hühner oder Ratten – das komplette Entwicklungsstadium vom Ei bis zum Tier:

hfratte

So – nun aber ab zur „entomologischen Sammlung“, dem geheimen Insektenraum. Wir stiefeln ein paar Treppen rauf und kommen in einen Raum der einen eigenartigen Duft ausströmt

Foto0281

In abertausenden Holzschubladen lagern Millionen Exponate „holometaboler Insekten“, also von Käfern, Schmetterlingen und Fliegen.

Sauerstoff ist kaum vorhanden, stattdessen ein Gemisch aus toten Flügeln und Erde. Eine schwangere Besucherin klappt mehrfach fast um, die Erklärung folgt vom Kurator Herrn Peters: „die Fenster werden nie geöffnet, um Schädlingsbefall vorzubeugen“.
Er zeigt uns unvorstellbar kleine Käferchen, mit dem bloßen Auge kaum sichtbar, aber aufgeklebt und beschriftet… Bestimmen kann man die Arten nur „indem man die Geschlechtsorgane entfernt“ – also nichts für Hektiker oder Grobmotoriker!

Wir sehen den „großen Atlasspinner“, seit 1910 herumliegende „Vorräte“, die noch niemand bestimmt hat und Sammlungen farbenprächtiger Falter von Privatleuten, die allerdings vorsichtshalber im Keller mit CO² Gas behandelt werden. Man weiß ja nie, was hier so alles eingeschleppt wird. Die Angst vor dem berüchtigten Museumskäfer geht um, auch er wurde ordnungsgemäß nach seinem Einfall aufgespießt und beschriftet…

Samstag abend, ich gucke mir diese elendig langweiligen Wetten-das-Sendung mit Thomas Gottschalk und der Hunziker an, nur weil ich ihn sehen will: Robbie Williams – the sexiest man alive. Und dann singt der Typ unbeteiligt sein neues Liedchen ab, im etwas zu engen grauen Anzug, mit Stehkragen-Hemd, braunen Schuhen und gelben Socken. Mit seiner braven Frisur sieht er jetzt aus wie einer von der Haspa. Und genau so sexy wie die Herren hinterm Kundenschaltter bewegt er sich auch zur Musik – fast gar nicht. Bestimmt hatte er vor dem Auftritt nen Bandscheibenvorfall oder so. Hoffe ich, denn das wäre die einzige Entschuldigung für die schlappe Performance.

Heute hatte ich die Rechnung für meine Autoversicherung 2010 in der Post, dazu ein nettes Anschreiben. Die HUK-Coburg weist mich auf ihre „attraktiven Leistungsverbesserungen“ hin: optimaler Schutz in der Teilkasko bei Schäden durch Naturgewalten, z.B. Erdbeben oder Vulkanausbrüche. Ist das toll?

Ich komme gerade aus dem Hansa Theater. Neues Programm, neue Künstler, neuer Conferencier.

Letzterer heißt heute Heinrich Pachl, ist ein Kölner Kabarettist und wahrlich nicht auf den Mund gefallen. Pachl redet bis die Unterkiefer glühen, frei nach dem Motto „viel hilft viel“. Sein Programm ist ausschließlich politisch ausgerichtet, manchmal etwas gewöhnungsbedürftig. Sarkozy heißt bei ihm übersetzt „Sackgesicht“ (tataa, tataa) und zu seiner Heimatstadt bringt er den Bütten-Kalauer „die einzige Stadt, wo man spricht, was man trinkt“. Naja. Kölle-Alaaf. Ich will lieber wieder Tukur.

IMG_5072

Nun zum neuen Programm in kurzen Sätzen:

Serge Huercio ist ein kleiner witziger Fahrrad-Akrobat, der durch seine schwulettenhafte Fahrweise mit „Po raus“ besticht und die Damen im Publikum zum Kreischen bringt. Ansonsten: schon besser gesehen. Note: 3+

Alona Zhuravel
turnt in einem Klettergerüst herum, auffallend hier die körperverletzend laute Kreisch-Musik im absoluten Grenzbereich des Erlaubten. Meine Hoffnung, dass mein Gerstenkorn im Auge sich durch die Schallwellen atomisiert, erweist sich leider als hinfällig. Aber es sibscht schon ein bißchen… Note: 3+

Duo Vladen – meiner Meinung nach der Flop des Abends. Zwei Menschen in einem Ohrensessel zusammengeklebt, die sich Ringe aus dem Kinderzauberkasten über die Füße stülpen. Nee – das war nix. Note: 4-

Zahir Circo – JAAA da geht es ab! Die Jungs standen schon im Vorraum und haben die Gäste in ihrem tollen 20er Jahre Outfit angelabert. Die Nummer ist super – Slapstick-Akrobatik im Stil von Dick und Doof. Note: 1-

Dann die Pause. Pachl hält auch endlich die Klappe, seine Nonstop Moderation geht etwas auf die Nerven.

Blick auf das kulinarische Angebot: Der Fischteller kostet immer noch € 19,50 ist aber meiner Meinung nach großzügiger als beim letzten Mal bemessen. Der Käseteller für € 17,50 wird flott serviert, er ist reichlich bestückt mit Weich- und Hartkäsen, ZWEI großen Brötchen und einer köstlichen Käsecreme. Da hat sich was getan bei Kowalke. War es unsere Kritik im ersten Bericht?

Dann die zweite Runde:

Maxim Krieger ist an der Reihe, er turnt auf Rollen und Brettern in die Höhe. Die ganz große Nummer kann ich nur erahnen, da ich in Reihe 14 sitze und leider nur seine Unterschenkel sehen kann… Note: 2

Aurelia Cats, eine Akrobatin im Leo-Dress, mehrfach ausgezeichnet. Leider unterscheidet sie sich nicht sehr von Nummer zwei, hinter mir wird gemunkelt: „ist das nicht die Gleiche??“ Nein ist sie nicht. Die Trapeznummer ist nicht sehr spektakulär, aber immerhin ist die Musik nicht ganz so schrecklich. Note: 2-

Dann das HIGHLIGHT des Abends: DER BAUCHREDNER! George Schlick wird als multiple Persönlichkeit angekündigt und man hat wahrlich das Gefühl: dieser Mann ist nie alleine… Mit sprechenden Taschentüchern, Ritterhelmen und einem Frosch zieht er das Publikum in seinen Bann. Höhepunkt des Auftritts: zwei Personen aus dem Publikum werden auf der Bühne zu seinen Marionetten. Einmal am Arm ziehen = einmal den Mund aufmachen. Beide kapieren ihre Rolle sofort und es ist wirklich köstlich anzusehen, wie Schlicks Gehilfe zu einem hölzernen Gesellen der Ausburger Puppenkiste degradiert wird. Gut mitgespielt!
Note: 1++

Viktor Kee, der Abschluss-Gig, ist nicht der Rede wert. Er ist Highspeed-Jongleur, aber vom Hocker zieht das keinen mehr. Note: 3-

Beim obligatorischen WC-Besuch (eine Dame vor mir steckt fest – sie hat das „bitte rechts gehen“ in der Drehtür nicht gelesen) dann ein erneuter Plausch mit der WC-Dame – Frau Grzonka aus dem Abendblatt-Bericht „Am stillen Ort“ wird erkannt und ist nicht sehr erfreut: Das Abendblatt berichtete, sie sei seit zwanzig Jahren Klofrau, dabei hat sie doch früher in der Küche des Hansa-Theaters gekocht! Liebes Abendblatt, nächstes Mal beim Fishkopp nachfragen! (Siehe unser Bericht vom Hansa-Theater, die I.)

Also liebe Leute – hingehen ! Denn wer Gängeviertel besetzen kann, sollte auch dieses alte Stück Geschichte Hamburgs unterstützen.

Redakteur bei Bauer sucht Frau zu sein, das muss ein Spaß sein!

Nicht nur das gewagte Spiel mit Alliterationen ist an Kreativität kaum zu überbieten (der patente Pfälzer, der rüstige Rinderwirt), nein auch die Musikauswahl ist wohl überlegt und birgt geheime Botschaften.

Bei Herrn Claus Clausen, dem fröhlichen Friesen, der zu geizig zum Blumengießen ist und daher Kunstblumen im Haus verteilt hat; der zu faul ist das Gästebett zu beziehen, weil er „die hausfraulichen Fähigkeiten“ von Andrea testen will, erklingt folgender Song:

Some hearts are diamonds (Dieter Bohlen für Chris Norman)

Some hearts are diamonds, some hearts are STONE. Na das ist ja wohl eindeutig.

Beim frommen Milchbauern Josef schneit die rassige Narumol ins Haus. Mit ihrer Kneipenlache und Tattoos bringt sie frischen Wind in die angestaubte Bude. „Ich nehm Hand, Messer ist Scheiße“ – sprichts und beißt herzhaft in eine Schinkenstulle.

Ähnlich rustikal hier die Musikauswahl:

„Resi I hol di mit’m Traktor ab“.

Getreidebauer Markus (der patente Pfälzer) ist schwer verliebt. Ivonne knutscht Rottweiler „Troll“ und bekennt mit Seitenblick auf das stämmige Herrchen Markus: „Mit Brocken hab ich’s“. Romantisch geht’s auch bei der musikalischen Untermalung zu: „Take my breath away“ und Karel Svobodas Titelmelodie zu „Drei Nüsse für Aschenbrödel“.

Weinbauer Tobias richtet sein Zimmer mit Seersucker Bettwäsche und Raumspray für Kerstin gemütlich ein. Ein lebensgroßer Porzellanclown schläft im Bett neben Tobias. Kerstin ist verwirrt: „wer weiß, was er nachts damit macht?“

Unentschlossenheit auch bei der Titelauswahl:

„Dreams are my reality“ und „Come on Eileen“. Aha.

Doch der Hitmarathon wird bei Bauer Dieter abgefeuert: Mit dem Tankstellen-Blumenstrauß in der Hand holt er Heike im Regen vom Bus ab (It’s raining again, Supertramp), dann ein Blick ins Retro-Zimmer mit Patrick Lindner Poster an der Wand (Oldie: Honey Honey, ABBA).

Zuvor ein Hit aus den Achtzigern. Johnny Logan schmachtet den Siegertitel vom Eurovision Song Contest „Hold me now“:

Hier noch ein Bonustrack, den ich bei youtube gefunden habe. „No one makes love like you“, ein deutsch-englisches Kauderwelsch Duett mit einem mittlerweile Elvis-ähnlich moppeligen Logan und – Achtung – NICOLE! Wahnsinn.

Gerade habe ich Bekanntschaft mit Hamburgs unfreundlichster Sprechstundenhilfe geschlossen.

Tatort: eine Praxis für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Poppenbüttel. Gutbetuchte Privatklientel wird mit freundlichem „HALLO Herr Doktor Soundso“ begrüßt und aus dem Mantel geholfen. Picklige Teenager samt pelzbehangener Walddörfer-Schickeria-Mutti auch gleich in die Kosmetikkabine durchgewunken und einer (privat bezahlten) Fruchtsäuretherapie unterzogen.

Andere Krankenkassen-Patienten sitzen derweil im Abseits. Ich mit Kleinkind leider mit direktem Blick auf den Flachbildfernseher, der in Endlosschlaufe ekelhafte Bilder von Patienten zeigt, um damit die enorme Bandbreite der Therapien darzustellen. Da wären Nagel- und Zehenpilze, Mundschleimhautpilze, „Juckreiz im Analbereich“ mit Popofoto, Melanome, Stielwarzen und so weiter. Mir wird schlecht.

Mittlerweile warten wir anderthalb Stunden. Für kleine Kinder ja nicht gerade wenig. Eine Nachfrage wird erlaubt sein. Nein, ist sie nicht.
SH: „Also wenn ich eine Diagnose abgeklärt haben möchte, warte ich auch mal drei Stunden – OHNE nachzufragen!!“
ICH: „Ja, Sie vielleicht. Ich nicht. Also bitte – wie lange noch?“
SH: „Ich hatte Ihnen gleich gesagt – MIT WARTEZEIT!“
ICH: „Stimmt wir warten ja auch bereits 90 Minuten, das nenne ich WARTEZEIT.“
SH: schleppt sich widerwillig Richtung Sprechzimmer – „Also die Karteikarten der Patienten MIT TERMIN ergeben noch mindestens 45 Minuten Wartezeit.“
ICH: „Ja schönen Dank dann.“ (Da hätten wir ja Schlafsäcke mitnehmen und unseren Mittagsschlaf nachholen können.)

Unfreundlicher geht’s nimmer.

Noch bevor die Schweinegrippe in Deutschland so richtig zugeschlagen hat, inspiriert sie schon Künster.  Hier mal ein Beispiel aus der Musik.

Endlich ist sie da, die gute Nachricht, auf die wir alle seit der Pubertät gewartet haben: Forscher von der Uni Bonn haben ein Schlankheitsgen entdeckt! Das ist in der Fachzeitschrift „The EMBO Journal“ nachzulesen. Die schlechte Nachricht: das Gen gehört der Fruchtfliege, bringt uns also erstmal gar nichts.  Später vielleicht, denn Menschen haben ein ähnliches Gen zur Steuerung des Fett-Stoffwechsels, das sog. Gen „Lass“. Deshalb könnte es sein, dass sich in ferner Zukunft aufgrund der neuen Erkenntnisse Medikamente gegen Fettleibigkeit entwickeln lassen.  Wenn es soweit ist, wird der hamburgerfishkopp über einen Selbstversuch berichten.

AntikmarktMan erwartet alles in Billstedt - türkische Brautmoden, afghanische Delikatessen, deutsche Biertrinker an einer sechsspurigen Straße – aber keinen Antik-Flohmarkt. Neugierig, wie wir sind, haben wir uns das Event im Billstedter Einkaufszentrum einmal angesehen. Wir sind nämlich seit einiger Zeit auf der Suche nach „antiken“ Barbie-Puppen aus den 70er Jahren. Um es vorweg zu nehmen: Die einzigen Unikate, die wir hier gesehen haben waren die Verkäufer. Eine ganz eigene Spezies Mensch, die sich zu einer eingeschworenen Gemeinschaft zusammen gefunden hat und sich anscheinend jedes Wochenende irgendwo in Deutschland wieder trifft.  Und die Leidenschaft fürs Geschäft treibt sie noch mit den größten Handicaps Wochenende für Wochenende hinaus. Da ist z.B. die ergraute 250 Kilo-Frau, die sich so dick gefuttert hat, dass sie aus ihrem Rollstuhl regelrecht herausquillt. Sie sitzt an ihrem Verkaufstisch und gönnt sich ein Leckerli. Die Krümel fallen auf ihren mächtigen Busen. Schräg gegenüber ein Kollege mit einem Sauerstoff-Gerät. Die Mienen der Verkäufer sind ernst, sehr ernst. Schließlich geht es hier um professionellen Kunsthandel vom Tapeziertisch oder aus dem Pappkarton. Bei den Preisverhandlungen ist man sehr schnell als Kunstbanause abgestempelt, wenn man versucht zu feiltschen. Also besser nicht wie auf einem ordinären Flohmarkt benehmen, sondern lieber mal 50 Euro zu viel für eine 70er-Jahre-Vase oder eine Tortenplatte aus Pressglas bezahlen. Qualität hat eben ihren Preis – auch in Billstedt.

Ältere Artikel »